Mythen der Wundheilung

Weisheiten auf dem Prüfstand

Wenn es um Wunden, Wundheilung und Wundversorgung geht, herrscht bei vielen Menschen Unsicherheit. Sind Pflaster Brutstätten für Bakterien? Tun tiefe Wunden mehr weh? Sind schlecht heilende Wunden ein Indiz für ernsthafte Erkrankungen? Wir räumen mit den hartnäckigsten Mythen rund ums Thema Wundheilung auf und sagen Ihnen, was wirklich stimmt. Das Wissen hilft Ihnen, künftig Komplikationen zu vermeiden und den natürlichen Heilungsprozess zu unterstützen.

Mythos #1: Pflaster sind eine mögliche Brutstätte für Keime

Fakt ist: Nein, moderne Pflaster sind keimfrei und helfen die Wunde sauber zu halten. Durch die Wundversorgung mit einem Pflaster ist die Wunde vor äußeren Einflüssen wie Bakterien und Schmutz geschützt, damit wird das Risiko einer Infektion minimiert. Außerdem schützen Pflaster als eine Art Polster vor Druck und Reibung. Auch das ist dienlich für die Wundheilung. Nicht vergessen: Ehe ein Pflaster angewendet wird, muss die Wunde sorgfältig gereinigt werden.

Mythos #2: Je tiefer eine Wunde, desto mehr schmerzt sie

Fakt ist: Falsch, genau das Gegenteil ist der Fall! Je tiefer eine Wunde ist, desto weniger Schmerz wird wahrgenommen. Das liegt daran, dass die Nervenendigungen nicht tief im Gewebe, sondern direkt auf der Hautoberfläche sitzen. Oberflächliche Wunden (etwa Brand- oder Schürfwunden) verursachen deshalb größere Schmerzen. Tiefe Wunden heilen allerdings schlechter und sind anfälliger für unschönes Narbengewebe. Deshalb sollten tiefe und großflächige Wunden möglichst nur von geschultem Personal versorgt werden.

Mythos #3: Wenn es juckt, heilt die Wunde

Fakt ist: Moderater Juckreiz ist tatsächlich eine typische Begleiterscheinung bei der Wundheilung, denn heilende Wunden schütten Histamin aus, das den Juckreiz auslöst. Aber Achtung: Akuter Juckreiz in Verbindung mit einer starken Rötung, pochendem Schmerz oder Eiter, deutet auf eine Entzündung hin. In einem solchen Fall sollten Sie schnellstmöglich die Experten im Wundbehandlungszentrum kontaktieren.

Mythos #4: Schlecht heilende Wunden können ein Zeichen für ernsthafte Erkrankungen sein

Fakt ist: Stimmt! Wenn eine Wunde längere Zeit nicht heilt, sind offensichtlich die Selbstheilungskräfte des Körpers überfordert. Das kann auf eine Erkrankung hindeuten, etwa auf Durchblutungsstörungen oder ein beeinträchtigtes Immunsystem. Sollten Sie feststellen, dass die Heilung von Verletzungen und Wunden bei Ihnen eine ungewohnt lange Zeit dauert, lassen Sie sich sicherheitshalber in unserem Wundbehandlungszentrum ärztlich untersuchen.

Mythos #5: Je besser die Wundversorgung, desto kleiner die Narbe

Fakt ist: Korrekt! Die fachmännische Reinigung und Versorgung der Wunde hilft, das Risiko für Narbenbildung deutlich zu mindern. Unschöne Narben entstehen vor allem dann, wenn es zu einer Infektion der Wunde kommt. Auch krustige Verschorfungen und wiederholtes Aufreißen können zur Narbenbildung beitragen.

 

By |4. April 2018|Allgemein, Gesundheit, Wundversorgung|Kommentare deaktiviert für Mythen der Wundheilung